Sichtbar für die Stadt

05. Juli

Da ist sie, diese pure Freude wie sie eigentlich nur eine Hüpfburg bringen kann.

Im Rahmen des ökumenischen Stadtkirchentags haben meine katholische Kollegin und ich einen Familientag organisiert. Nicht in der Kirche oder am Gemeindehaus. Sondern auf dem Schulhof der Grund- und Werkrealschule. Ganz bewusst, dort wo die jungen Menschen sind. Wir haben speziell Familien eingeladen und die Schülerinnen und Schüler der Schule mit einbezogen: vom Kuchenverkauf bis zur Aufsicht bei der Hüpfburg.

Wenn wir uns manchmal fragen, warum wir als Christen so wenig wahrgenommen werden, ist die Analyse nicht schwer. Wir sind nicht da, wo die Menschen sind. Klar sind unsere Kirchen schön ( und oft ganz schön kalt) und unsere Gemeindehäuser gut ausgestattet (aber eben halt Gemeindehäuser). Und ja, es ist ein erheblicher Aufwand, jedes Mal etwas an einen anderen Ort zu fahren und aufzubauen. Aber es lohnt sich!

Wir als Christen werden sichtbar und haben dadurch ganz andere Möglichkeiten mit Menschen in Kontakt zu kommen. Genau wie an diesem Nachmittag auf dem Schulhof. Da fanden plötzlich Begegnungen mit Menschen statt, die mit Kirche noch nie etwas zu tun hatten. Dabei wird, ob die Aktion gelungen ist, nicht daran gemessen, ob dadurch mehr Menschen in unsere Kirche kommen. Sondern daran, ob wir es geschafft haben, für diese Menschen im diakonischen christlichen Sinne da zu sein.

Selbst wenn wir alle unsere Kirchen und Gemeindehäuser aufgeben müssten, das Wichtigste, was wir tun können, bleibt trotzdem: Authentisch Christen sein, in der Mitte der Gesellschaft sein. Eine Hüpfburg kann dafür hilfreich sein. Ich bin aber überzeugt: Dafür braucht es keine Gebäude. Man könnte sogar argumentieren, dass sie hinderlich sind.

Daniel Faißt