Traum von Kirche

17. September

Wir sehen, wie die Kirche ist. Wir träumen, wie Kirche sein kann. Wir gestalten, wie Kirche sein soll. Und wir sind nicht allein. Überall auf der Welt teilen Menschen die Überzeugung, dass es für Kirche etwas anderes geben muss. Dass Kirche anders werden muss. Wir teilen Träume, Sehnsüchte und Visionen. Und wir geben diesen Raum, lassen sie Wirklichkeit werden. Manchmal noch ganz vorsichtig und zaghaft, an anderen Stellen schon ganz (vor)laut und deutlich. Manchmal noch sehr experimentell, an anderen Stellen schon strukturell (eingebunden).

In einem Beitrag zu dem Buch “anders, denn Kirche hat Zukunft. Wie Fresh X neue Wege gehen” (Maria Herrmann und Florian Karcher (Hrsg), Herder Verlag), schreibt die Gemeindereferentin Miriam Fricke (Bistum Magdeburg):

Ich träum’ von einer Kirche, die …
– … ein Ort ist, an dem man sich wohl und willkommen fühlt. Wo Menschen gemeinsam essen, Zeit verbringen und miteinander über Gott und die Welt reden.
– … von Ästhetik geprägt ist statt vom 70er-Jahre-Charme, den man sehen und riechen kann.
– … viel mehr kommuniziert, und das weiter und auf anderen Wegen als nur bis zu den Schaukästen auf den eigenen Grundstücken.
– … die sich vor Ort regelmäßig fragt: Wozu sind wir als Christ*innen da? Was ist an diesem Ort und konkret in der jetzigen Situation dran?
– … die Menschen bedingungslos Wertschätzung entgegenbringt, statt sie zu diskriminieren, und die daran glaubt, dass Gottes Segen allen Menschen gilt. Ohne Wenn und Aber.
– … die durch Offenheit, Weite, Transparenz geprägt ist – in allen Bereichen.
– … die glaubt, dass es keine gottverlassenen Orte und Zeiten gibt – Gott also allen Orten und Zeiten zutraut und sich von diesen herausfordern lässt.
– … die erkennt, dass fragen, suchen, sehnen und zweifeln nicht falsch und auch keine Zeichen der Schwäche oder Kleingläubigkeit sind.
– … die zuhört und ermutigt, statt immer zu reden und noch mehr zu reden.
– … die ihre scheinbare Normalität und ihre eigenen Gewohnheiten nicht zum Maßstab aller Dinge macht,
sondern Gott und die Menschen, und zwar immer wieder neu.
– … die ohne Hauptamtliche auskommt, sondern in der Christen vor Ort schauen, wie sie Kirche leben wollen und können und die eigenständig Wege der Finanzierung finden, wo Ehrenamt nicht mehr ausreicht.”

In Marburg hat sich gerade ein neues Kirchenprojekt gegründet. In der Coronapandemie haben sich einige Leute gefragt, wie sie eigentlich Kirche, wie sie Gemeinschaft, leben wollen – jenseits von Streaming-Gottesdiensten und der eigenen Spotify-Worship-Playlist. Ihnen war wichtig, dass Kirche verbindet. Das zeigt sich auch im Namen: UND Marburg.

“Wir lieben Marburg UND Menschen UND Gott. Wir träumen davon, miteinander Kirche zu (er-)leben und ein Ort der Verbundenheit zu sein.”

So steht es passend dazu auf der Homepage der neuen Kirche. Auch wir als Netzwerk wollen Beziehungen knüpfen, Verbindungen schaffen, ein Netz spinnen, das trägt. Und deshalb wollen wir von euch wissen: Von was für einer Kirche träumst du?

Lasst uns gemeinsam träumen, uns in unserer Sehnsucht vereinen, zusammen nach Neuem streben. Schreibt uns eure Träume, Wünsche, Hoffnungen und Visionen an kommunikation@freshexpressions.de und wir bündeln, verbinden und zeigen, was uns gemein ist, was uns vereint.

Hella Thorn

Online- und Social-Media-Redakteurin beim Fresh X-Netzwerk