Games-Kon(fi)

15. Juli

Früher mussten sie in dunklen Kellerzimmern sitzen und ihr Dasein im Schatten von Spott und Hohn fristen, jetzt werden sie ans Tageslicht gelassen und vom Staub der Vorurteile befreit: die Nerds.

Die Gamingszene erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hält ihren Siegeszug in den Alltag von Leuten wie uns. E-Sport ist in aller Munde, vielleicht nochmal durch die Pandemie ein bisschen befördert. Zeit, sich mal etwas ausführlicher damit zu beschäftigen, gerade, wenn man einen Lebensweltbezug in der Verkündigung herstellen will.

Jesus liebt Nerds

Im Zuge meiner Fresh-X Pionier Fortbildung habe ich Daniel Schmidt kennengelernt. Er ist 1. Vorsitzender von Main Quest Ministries e.V., einem Verein, der die Nerdkultur mit christlichem Glauben verbindet. Bei Discord sind hier 400 Leute als Member registriert, die miteinander zocken und gleichzeitig ihren Glauben leben. „Jesus liebt Nerds“ ist Daniel überzeugt und diese Überzeugung motiviert ihn, Jesu Liebe in der Gamingszene bekannter zu machen, z.B. durch den Gamechurch-Messestand bei der gamescom. Daniel ist außerdem als Referent für Gaming und Mission bei der Allianz-Mission angestellt und leitet den Aufbau und die Koordination des Projektes Gaming & Mission

One of 500

Ein gemeinsamer Freund von uns ist Amin Josua, CEO von Lightword Productions GmbH, die aktuell das christliche Game ONE of 500 entwickelt. Bei ONE of 500 erlebt man aus der Perspektive eines Fischerjungen die Geschichte von Jesus von Nazareth. Man ist als Spieler mit den großen Fragen des Lebens konfrontiert, muss eine eigene Position finden und schwierige Entscheidungen treffen. Währenddessen taucht man immer wieder in die biblischen Ereignisse ein.

Die Idee zu diesem Spiel bekam Amin, als er für Jesus House an einer Schule Werbung gemacht hat und die Schüler gefragt hat, was passieren müsste, damit sie die Bibel lesen. Einer der Schüler gab die Antwort: „Ich müsste sie zocken können.“ Dieser Gedanke lies Amin nicht mehr los und er machte sich an die Umsetzung, die sich echt sehen lassen kann.

Gaming und Gott

Als wir in unserer Kirchengemeinde im Frühjahr die Konfirmationen auf Juli verschieben mussten, wir aber mit dem geplanten Stoff für den Konfiunterricht schon durch waren, bot sich die Gelegenheit, die Zeitslots des Unterrichts für Lebensthemen der Konfis zu nutzen.

Und so waren im März Daniel und Amin per Videochat bei uns und machten aus dem Unterricht einen Games-Kon(fi). Sie erzählten uns von ihrer Arbeit, ihrem Leben, ihrem Glauben und viele Konfis hörten das erste Mal, dass sich zocken und glauben nicht widerspricht und dass man nicht erst ein bestimmtes Level erreichen muss, damit Gott uns liebt.

Bei diesem Konfiunterricht blühten einige Konfis, die sonst eher still waren, richtig auf. Ihr Lieblingsthema war tatsächlich Thema für alle, Glaube wurde so auch für sie praktisch und bekam mehr Relevanz für ihren Alltag. Goldene Spuren im Leben der Teens dank Games und Gott.

Ich bin ziemlich dankbar für diesen Konfiunterricht, für die technischen Möglichkeiten, ihn durchführen zu können, für meine zwei Pfarrer, die sich begeistert darauf eingelassen haben und Amin und Daniel, die so wertvolle Arbeit machen und bereit sind, Jesus in der Nerdwelt zu verkünden.

Maria-Elaine Seeberger

Jugendreferentin in der Ev. Kirchengemeinde Großbottwar