Goldene Spuren in Flipflops

13. April

Als Kind habe ich mir manchmal, wenn ich nicht einschlafen konnte, vorgestellt, ich würde beim Laufen Fußspuren aus Gold hinterlassen. Das fand ich eine sehr schöne Vorstellung. Die Menschen, an denen ich vorbeigehen würde, könnten einfach meine Fußspuren aufheben und hätten Gold, mit dem sie sich kaufen könnten, was sie bräuchten. Dann aber fielen mir die Winnetou-Filme ein, die ich geschaut hatte und mir wurde klar, dass es ja auch goldgierige Menschen auf dieser Welt gibt, die mich vielleicht jagen würden, nur damit ich möglichst viel Gold produziere. Ab diesem Zeitpunkt fand ich die Vorstellung goldene Fußspuren zu hinterlassen nicht mehr so schön.

Erinnerung an Mädchenträume

Im Alltag Spuren hinterlassen – das wünscht sich Märi.

An diese Gedankenspiele aus meiner Kindheit musste ich vor kurzem denken, als wir in einer Mädels-Gruppe Flipflops aus Moosgummi gebastelt haben. Nachdem jedes Mädchen seine Lieblingsfarbe bekommen hatte, blieb für mich die glitzernd goldene Moosgummiplatte übrig. Als sie in Flipflopform zugeschnitten vor mir lag, erinnerte ich mich an meine Mädchenträume von den goldenen Fußspuren. Und mir wurde bewusst, dass ich durch meine Arbeit als Jugendreferentin auf andere Art nun doch goldene Spuren hinterlasse. Tatsächlich muss ich aber auch hier aufpassen, dass ich mich nicht jagen lasse. Weder von der Vielzahl meiner eigenen Ideen noch von Erwartungen anderer an mich.

Hören auf Gott

Dabei hilft es mir, dass ich von meiner Mutter mitbekommen habe, wie wichtig es ist, auf Gott zu hören um herauszufinden, was jeweils gerade „dran“ ist und dann auch entsprechend zu handeln, statt sich in den unzähligen Möglichkeiten des Lebens zu verlieren. Diese Ausrichtung und das Lauschen auf Gott prägt mein Leben und meinen Alltag.

Und diese Haltung des Hörens finde ich auch bei Fresh X – und macht die Bewegung für mich so attraktiv: Man folgt nicht stur irgendwelchen Programmen oder 3-Schritte-Plänen, sondern geht erstmal ins Gebet und hört. Auf Gott. Auf sein Wort. Auf die Menschen, die er mir aufs Herz legt. Auf mich selbst, wofür ich mich begeistern kann, wo meine Grenzen liegen. Und dann entsteht meistens eine Idee. Ein Weg tut sich auf, eine Möglichkeit wird erahnbar, wie wir wieder ein Stück von Gottes Reich sichtbar werden lassen können hier bei uns. Eine weitere goldene Fußspur, die wir hinterlassen, aber vielleicht auch entdecken dürfen.

Schnitzeljagd mit Gott

Ich finde den Gedanken großartig, dass Gott immer schon am Werk ist und er uns gewissermaßen „mitspielen“ lässt. Wie es auch in Ephesser 2,10 heißt: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ Genau das erlebe ich auch in meiner Arbeit. Da kommen Interessen verschiedener Menschen zusammen, eins fügt sich zum anderen und heraus kommt ein großartiges Projekt, ein schönes Erlebnis oder eine bereichernde Begegnung. Von Gott vorbereitet dürfen wir diese Sache ausführen. So wird für mich die Arbeit und das Leben selbst zu einer Art Schnitzeljagd, bei der ich entdecken darf, wo Gott wirken und mich daran teilhaben lassen will; eine Suche nach Gottes goldenen Spuren.

Maria-Elaine Seeberger

Jugendreferentin in der Ev. Kirchengemeinde Großbottwar