Scheiß auf die Schwerkraft

23. Juni

Alles auf der Erde unterliegt der Schwerkraft. Das physikalische Gesetz beschreibt, dass alle Körper in Richtung Erdmittelpunkt streben, also irgendwann „nach unten fallen“. Und dann liegen sie auf dem Boden der Tatsachen. Doch dort befindet sich bekanntlich eindeutig zu wenig Glitzer.

Auch in der Kirche habe ich bislang keine Person getroffen, die am Gesetz der Schwerkraft zweifelt. Das Problem ist nur: Behandeln wir nicht auch unsere Strukturen mitunter so, als würden sie dem Gesetz der Schwerkraft unterliegen? Was wäre, wenn wir uns nicht gefangen nehmen ließen von vermeintlich unverrückbaren Gesetzmäßigkeiten? Weil wir so fixiert sind auf das, was nicht mehr geht, wird der Kopf nicht frei für das Mögliche.

Was wäre also, wenn wir dem Credo folgen würden: „Es ist unmöglich die Schwerkraft zu ignorieren. Bis du beginnst, es zu versuchen.“ – So beschreibt “Ignore Gravity” aus Berlin ihre Arbeit. Das Team navigiert Unternehmen und Organisationen durch Transformationsprozesse.

Drei Ideen, die Schwerkraft immer mal wieder zu überlisten und ein positives Klima für Transformation zu kreieren:

  1. Beginne damit, die Bibel konsequent aus der Perspektive der Transformation zu lesen. Du wirst staunen, wie viele Veränderungsgeschichten die Bibel enthält. Denn wenn wir sie nur zur Erbauung und zur Bestätigung des eigenen Lebensstils und der eigenen Überzeugungen lesen, brechen wir ihr die Spitze ab und degradieren sie zur Ausstaffierung unseres religiösen Wohnzimmers. Die Bibel will uns vielmehr aufrütteln, in Frage stellen, aus der Komfortzone locken, in Bewegung bringen.
  • Umgib dich immer wieder mit inspirierenden Menschen, die dich weiterbringen und die du weiterbringst – alles natürlich maßvoll. Du übertreibst es, wenn du deine Freunde nur noch danach auswählst, wer dich weiterbringt. Aber schau, wo und von wem du etwas lernen kannst. Schaffe dir eine experimentierfreudige Umgebung. Geh über die Grenze deiner vertrauten Bubble und erkunde. Kombiniere Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Probiere aus und scheitere mutig.
  • Such häufiger die Bekanntschaft des Heiligen Geistes. Denn Gottes Kreativdirektor ist die Schwerkraft schnurz. Er steht für die Anziehungskraft des Himmels. Neige ihm deines Herzens Ohr zu. Und lass dich darauf ein, ihm auf die Trampelpfade zu folgen, die er dir zeigen will.

Was bedeutet es für dich persönlich, die Schwerkraft zu ignorieren?

Andreas Schlamm

Kirchen-Erneuerer und Ermöglicher