Die Sache mit der Zeit

26. Oktober

Immer, wenn ich über rede, Neues zu starten, bekomme ich die Antwort, dass das alles wunderbar und gut klingt, aber es leider keine Zeit gibt diese neuen Ideen umzusetzen. Denn schon die alltäglichen Herausforderungen scheinen so groß zu sein, dass man kaum Platz zum Durchatmen findet. Wo soll es da Platz geben für Kreativität und Innovation?

In diesen Momenten (und am besten jetzt) ist es Zeit, für eine Bestandsaufnahme der eigenen Arbeit. Dafür brauchst du nur ein weißes Blatt Papier, dass du in der Mitte faltest. Auf die eine Seite schreibst du als eine Art Stundenplan einen perfekten Wochenverlauf. Von wann bis wann arbeiten? Wann Zeit für dich, die Familie, das Hobby? Und wenn du damit fertig bist, gehst du auf die andere Seite des Blatts, schaust parallel in deinen Kalender, und schreibst auf, wie deine durchschnittliche Woche in letzter Zeit aussieht.

Wenn die Wochen ähnlich aussehen: Herzlichen Glückwunsch. Aber wahrscheinlich wirst du feststellen, dass deine ideale Woche von deiner aktuellen Woche abweicht. Und wenn du dir die Aufgaben anschaust, die du so zu bewältigen hast, dann wird dir wahrscheinlich auch auffallen, dass es viele Aufgaben sind, die andere dir gestellt haben, die “nun mal zu deinem Job dazugehören”, aber dass es nur wenige sind, die dir wirklich wichtig sind, für die du brennst, die dich konkret weiterbringen oder erfüllen. Das ist natürlich ein Stück weit auch normal. Wenn du jedoch was Neues starten willst, lohnt es sich täglich etwas für dich zu arbeiten.

Jeder Tag darf ein Highlight haben. Denn sonst arbeitest du die ganze Woche durch und weißt am Ende nicht mehr, was du eigentlich gemacht hast. Das kann ungemein stressen. Außerdem ist der Unterschied zwischen einem unsportlichen Menschen und einer Marathonläuferin, ist eben der erste Schritt und dann nicht mehr aufzuhören.

Und wie geht das konkret? Nimm dir deinen Kalender und such dir jeden Tag eine halbe Stunde raus, am besten morgens, wenn der Tag noch frisch ist und trag „Meeting“ ein. Jeden Tag mindestens eine halbe Stunde für etwas, dass du machen möchtest, was dir wichtig ist. Gib dieser halben Stunde einen Titel: Recherche, Finanzantrag schreiben, Konzept entwickeln, Entscheidungsträger:innen abtelefonieren. Hauptsache ist es Zeit für dich, dein Projekt, deine Idee und das, was dir wichtig ist.

Und am Ende der Woche kannst du auf all die Highlights zurückschauen. Vielleicht hast du noch nicht den Durchbruch, aber du hast den Anfang gemacht.

Tobias Sauer

Katholischer Theologe, Designer, Referent, Kommunikationsberater und Initiator von ruach.jetzt