Ein bisschen Style bitte

27. Juli

Esther Göbel leitet Surfexerzitien und hat vom Surfen eine Menge fürs Leben (und für Fresh X) gelernt. Diesen Sommer schreibt sie hier übers Surfen und Glauben.

Wie bitte kommt man auf die Idee, Windsurfen und Beten miteinander zu verbinden? Diese Frage wird mir gleichermaßen von Surfern und Kirchenmenschen öfter mal gestellt.
Meine Antwort darauf lautet: Wieso denn bitte nicht?

Burn, baby, burn

Wer etwas gründen oder ganz neu anfangen will, braucht vor allem die Begeisterung dafür oder eine Leidenschaft. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“, sagte der Heilige Augustinus.
Ich habe vom Surfen fürs Leben gelernt: Mich an anderen orientieren, mir Vorbilder zu suchen, tut gut und inspiriert mich. Es spornt mich an und bringt mich vielleicht auch auf eigene Ideen. Aber wer sich dann ständig an anderen misst und dabei vergisst, den eigenen Weg zu gehen, kann am Ende nur verlieren.

Was zählt, bist du

Deswegen möchte ich dich ermutigen, danach zu suchen, was deins ist. Egal, ob das besonders innovativ und kreativ ist, ob das besonders gut die Bedingungen vor Ort erfasst, ob das etwas ist, was deiner eigenen Sehnsucht entspricht oder vielleicht auch etwas, das schlicht von dir beruflich oder privat erwartet wird und grad einfach deine Aufgabe ist: FIND YOUR STYLE.

Tu das, was du tust, auf deine ganz persönliche Art und Weise. Drück jeder Aufgabe, jedem Bestandteil deine Handschrift auf. Und bitte vergleich deins nicht mit anderen, sondern mach das, was DU tust, zur besten Version davon.

Berufung finden

Den eigenen Maßstab finden nennt man christlich auch die eigene Berufung entdecken und das gilt nicht nur für besonders Fromme. Jede:r von uns hat die Aufgabe, dem auf die Spur zu kommen, wie Gott sich uns gedacht hat und wofür er uns Talente, Fähigkeiten und Begabungen mitgegeben hat.
Aber Obacht: Das liegt nicht auf der Ebene des Tuns, und schon gar nicht auf der Ebene der Leistung, sondern auf der Ebene des Seins. Und es zeigt sich in deiner persönlichen Einmaligkeit. Tu nicht nur, was du tust, sondern sei vielmehr das, was du tust.

Begeisterung, Maßstab und Stimmigkeit

Wenn du dem vielleicht für dein Leben noch nicht auf die Spur gekommen bist, geh mal der Frage nach, wo oder wann du dich richtig goldrichtig gefühlt hast: am richtigen Ort, voll im Flow, total bei der Sache. Wo hast du, vielleicht auch ganz spontan, Gottes Nähe gespürt?
Dieses Gefühl von innerer Stimmigkeit ist der Wegweiser zu deiner persönlichen Berufung! Deinen eigenen Style findest du auch in der Begeisterung für eine Sache und in deinem eigenen Maßstab.
Genau so ist Surf&Soul entstanden: durch meine Leidenschaft fürs Surfen, meine Liebe zu Gott, dem Gefühl, mit dem Angebot mir und den Teilnehmer:innen Wertvolles mitgeben zu können – und weil es sich „richtig“ anfühlte.

Fragen

Wofür begeisterst du dich?

Was ist deine größte Leidenschaft?

Wie kannst du Gott am leichtesten begegnen?

Erinnerst du dich an eine Sache, bei der sowohl deine Begeisterung, dein eigener Maßstab und deine innere Stimmigkeit zusammengepasst haben?

Esther Goebel